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Geschichte


Schon 3500 v. Ch. (Mittel- und Jungsteinzeit) gab es in diesem Raum der Uckermark die ersten Siedlungen. Funde aus jener Zeit (u. a. Hügel- und Hünengräber) belegen diese frühe Siedlungsgeschichte.

Die Gründungszeit deutscher Orte in der heutigen Uckermark fällt in die Ur- und Frühgeschichte um 1250, in der auch die vermutete Gründung von Wilmersdorf durch einen markgräflichen Lokator erwähnt wird.
Aus dem Jahre 1321 im Zuge der Pommernkriege stammt die erste urkundliche Erwähnung von Wilmersdorf. Im Carolinischen Landbuch Kaiser Karls des IV. wurde Wilmersdorf 1375 mit 50 Hufen, wovon 4 der Kirche gehörten, genannt.
Durch wiederkehrende kriegerische Auseinandersetzungen zwischen 1393 und 1625 wechselten die Besitzverhältnisse ständig. In diese Zeit (etwa 1469) fällt auch die vollständige Vernichtung der Kirche durch Brandschatzung. (Auf starke Fundamentreste stößt man heute noch bei Grabungen auf dem Friedhof!)

Die Familie von Buch in Wilmersdorf

1626 erwarb Friedrich von Buch das Gut Wilmersdorf von den Familien von Sparr und von Biesenbrow für 9000 und 9300 Taler. 1636 verstarb Friedrich von Buch. In der Zeit nach dem Tod Friedrich von Buchs wechselten die Eigentumsverhältnisse des Gutes mehrmals auf Grund von Verpfändungen, Verschreibungen und Ersteigerungen. Erst 1734 war die Familie von Buch wieder Eigentümer des Gutes Wilmersdorf. 1813 übernahm Alexander Detlof von Buch das Gut von seinem Bruder Christian Leopold im Tausch gegen Gellmersdorf. Ch. Leopold von Buch, ein bedeutender Wissenschaftler und Freund Alexander von Humboldts, widmete sich ausschließlich seinen geologischen Forschungen. Zahlreiche wissenschaftliche Werke wurden von ihm veröffentlicht.
1814 bis 1820 baute Alexander Detlof von Buch die Gutsanlagen stark aus. Aus dieser Zeit stammen die Seitenflügel und die quadratische Hofanlage. 1838 wurde durch einen Großbrand über die Hälfte des Gutes vernichtet. Unter großen Schwierigkeiten konnte das Gut als Dreiseiten-Hof wieder aufgebaut werden.
Als eine weitsichtige Entscheidung erwies sich eine Schenkung von Land der Eigentümer an die Bahn. Wilmersdorf und das Gut profitierten durch die Bahnanbindung von günstigen Transportkosten.
1897 war Wilmersdorf Großbesitz der Familie von Buch mit 5163 Morgen Land und 1752 Morgen Wald. Nach dem Tode Alexander Detlofs wurde das Gut an eine Familie Bosselmann verpachtet.
Das durch den Ersten Weltkrieg stark verschuldete Gut übernahm im Jahr 1922 Alexander von Buch.
Mitte der 30er Jahre konnte an den Gebäuden des Gutshofes weiter gebaut werden: der Speicher wurde umgebaut, die Brennerei erweitert und das Lindenhaus als Gästehaus kam hinzu. Alexander von Buch gelang es, das Gut wieder auf ein gutes wirtschaftliches Niveau zu heben.
1945 floh Alexander mit seiner Familie vor dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Wilmersdorf.
Nach der Wiedervereinigung erwarb Dietrich von Buch, Enkel von Alexander,1996 das Lindenhaus. Die Hofstelle wurde Eigentum der Wilmersdorfer Landgut GmbH & Co. KG. Die Gut Wilmersdorf GbR betreibt seit 1996 in Wilmersdorf ökologischen Landbau.

1636 wurde von einem zweistöckigen Fachwerkhaus - vermutlich dem Gutshaus - berichtet. Das heutige Gutshaus muss um 1680 errichtet worden sein, wie man aus neueren dendrologischen Gutachten weiß.
1885 erfolgte die Einweihung des Bahnhofs Wilmersdorf an der Strecke Berlin - Stralsund.
1923 wurde Wilmersdorf an das elektrische Stromnetz angeschlossen.
Fünf Jahre später (1928) erhielt der Ort den Status einer eigenen Gemeinde.
Mit der Anbindung an die Autobahn Berlin - Stettin (1937) verbesserte sich die verkehrstechnische Erschließung der Region grundlegend.
Ein genaues Datum der Gründung der Ortsfeuerwehr ist nicht überliefert, sie wird im Zeitraum von 1937 bis 1940 vermutet.
1945 fiel das Gut Wilmersdorf unter die Bodenreform, es wurde verstaatlicht und Volkseigenes Gut (VEG).

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